Center for Global Studies (CGS)

Veranstaltungen
Workshop Global Studies

Accesos móviles – Alternative Zugänge. Kunst aus Lateinamerika

Donnerstag, 22.06.2017 - Freitag, 23.06.2017


Open to Ph.D. students of the doctoral Program Global Studies. In case of vacancies, further admissions of Ph.D. students and advanced Master students at the University of Bern are possible.

Veranstaltende: Global Studies | Graduate School of the Humanities | Walter Benjamin Kolleg
Redner, Rednerin: Christian Kravagna und Chus Martinez
Datum: 22.06.2017 - 23.06.2017
Ort: PROGR 163
Zentrum für Kulturproduktion
Waisenhausplatz 30
3011 Bern
Merkmale: Öffentlich
kostenlos

Donnerstag, 22.06.2017
Freitag 23.06.2017

Call for Papers

In jüngster Zeit kann im deutschsprachigen Raum ein gesteigertes Interesse an sogenannter „lateinamerikanischer Kunst“ festgestellt werden. Dies zeigen Ausstellungen wie Without Restraint (Bern, 2016), Resistance performed (Zürich, 2015/16), Dark Mirror (Wolfsburg, 2015/16), Radical Shift (Leverkusen, 2011) oder Realidad y Utopia (Berlin, 2010). Kunst und Kontinent werden in diesen Ausstellungen oft als äquivalente Parameter definiert und ästhetisch-politische Fragen im Rahmen des ‚Lateinamerikanischen’ situiert. Diese Ansätze in Verbindung mit geopolitischen Ausrichtungen müssen kritisch diskutiert werden. Denn wie finden die beiden Begriffe zueinander – Kunst und Lateinamerika?

Während zu Beginn des 20. Jahrhunderts „lateinamerikanische Kunst“ gemeinhin für das Primitive, Exotische, Irrationale und Fantastische stand, wurde in den 1980er- Jahren nach neuen Ausstellungskriterien der „anderen Kunst“ gesucht. Heute soll vor dem Hintergrund einer global art das „westliche Monopol der Kunst“ aufgebrochen werden (Belting / Buddensieg / Weibel, 2013).

In der Ausstellungspraxis wird „lateinamerikanische Kunst“ oft als Paradebeispiel „politischer Kunst“ aufgefasst. Das suggerieren aktuelle Ausstellungstitel, die synonym für Widerstand, Unterdrückung oder Krise stehen. Doch läuft diese Generalisierung und Stereotypisierung nicht zuletzt Gefahr, ein dichotomisches Verständnis von „West und Rest der Welt“ zu bestätigen, das es zu überwinden gilt?

Ein Zeigen „des Anderen“ bleibt, wenn auch unter positiven oder gar idealisierenden Aspekten, dennoch bestehen. Der Workshop setzt sich daher zum Ziel, alternative Zugänge zu entwickeln und zu reflektieren, die andere Perspektiven ermöglichen. Im Workshop sollen grundlegende Methoden und Theorien im Umgang mit Kunst und Lateinamerika diskutiert werden.

Mit Begriffen wie Transkulturalität (Welsch, 1997), Kontakt-Zone (Pratt, 1991; Dussel, 2013; Kravagna, 2013), Routes (Clifford, 1997), Literatur in Bewegung (Ette, 2001), oder der Zwischensphäre (Waldenfels, 2006) wurden Vorschläge für alternative Konzepte geliefert, die es in Bezug auf das Forschungsfeld zu diskutierten gilt. Die Kunsthistorikerin/Kuratorin Chus Martínez und der Kunsthistoriker/Kurator Christian Kravagna werden als Keynote Speakers referieren. Die Diskussion wird interdisziplinär gestaltet. Nachwuchsforschende in der Promotionsphase der Kunst- und Kulturgeschichte, sowie anderer Disziplinen, deren Beitrag inhaltlich im Zusammenhang mit Kunst und Lateinamerika steht, werden zur Bewerbung aufgefordert. Wir freuen uns über Exposés (max. 700 Wörter) für einen 20-minütigen Vortrag, sowie kurze CVs in deutscher, englischer oder spanischer Sprache. Die Diskussion findet auf Deutsch statt.

Bitte richten Sie die Einsendung bis zum 10.03.2017 an folgende Adressen:
laura.bohnenblust@ikg.unibe.ch lena.geuer@uni-duesseldorf.de

Reise- und Übernachtungskosten für die ReferentInnen werden übernommen.

 

Organisation und Leitung des Workshops:

Laura Bohnenblust, Universität Bern / Lena Geuer, Universität Düsseldorf.

Der Workshop wird gefördert durch die Mittelbauvereinigung der Universität Bern und die GSH des Walter Benjamin-Kollegs der Universität Bern.